BVND Qualitätsoffensive

Zur Förderung der Wahrnehmbarkeit der Diabetesschwerpunktpraxen erbrachten hohen Qualitätsstandards in der Versorgung von Menschen mit Diabetes, empfiehlt der BVND seinen Mitgliedern, sich an den etablierten Standards der DDG zu orientieren und sich nach diesen Standards durch die DDG zertifizieren zu lassen.


Die DDG unterscheidet die Zertifizierung nach einem 2-Stufen-Prinzip: Stufe 1 „Zertifiziertes Diabeteszentrum DDG“ und Stufe 2 „Zertifiziertes Diabeteszentrum Diabetologikum DDG mit diabetesspezifischem Qualitätsmanagement“.


Zur Anerkennung als Diabeteszentrum DDG Stufe 1 fordert die DDG die Nachweise zur Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität in formal vorgegebener schriftlicher Form, allerdings ohne eine Bewertung der Ergebnisqualität sowie Überprüfung der beschriebenen Qualitätsmerkmale vor Ort und ohne Nachweis eines Qualitätsmanagements.


QM ist heutzutage für jede Arztpraxis gesetzlich vorgeschrieben, die Unterlagen müssen inzwischen durch die KVen stichprobenhaft angefordert und geprüft werden. An Mehraufwand fallen nur die Arbeit für die Erstellung der Antragsunterlagen und der Qualitätssicherung für Stufe 1 an, für Stufe 2 die Zeit fürs Audit, die Erstellung der Antragsunterlagen und der Qualitätsberichte.
Die Erstellung der Antragsunterlagen zur Anerkennung als Stufe 1 -Einrichtung ist deutlich aufwendiger als für Stufe 2, da alle Nachweise zusammengestellt, kopiert und eingereicht werden müssen. Gleichzeitig muss eine Exceltabelle mit den Qualitätssicherungsdaten für 200 Typ-2-und 50 Typ-1- Patienten pro Quartal über ein Jahr hinweg eingereicht werden.

Allerdings fallen Qualitätsbericht und externe Auditierung weg! Viele dieser bürokratischen Tätigkeiten fallen bei der Anerkennung als Diabetologikum nicht an. Für die Qualitätssicherung reicht hier eine, meist von der KV erhältliche, Liste mit der entsprechenden Anzahl an DMP-Patienten, die Daten werden in der Praxis durch den Auditor geprüft. Ähnlich ist es mit vielen Nachweisen, die die Auditoren vor Ort einsehen, was das Zusammenstellen der Unterlagen deutlich vereinfacht.

Die Anforderungen an Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität sind für Stufe 1 und 2 so ähnlich, dass es sich eigentlich nicht lohnt „nur“ Stufe 1 zu absolvieren. Die positiven Impulse und durchaus auch der gewisse Druck eines Audits helfen, das eigene QM-System weiterzuentwickeln. Ein gutes QM setzt wirtschaftliche Ressourcen für die Praxis frei, schafft klare Spielregeln, die wiederum mehr Raum für die eigentliche medizinische Arbeit zulassen.
Der Vorstand des BVND bemüht sich bei der DDG um eine Anpassung der QM-Kriterien an die Wirklichkeit diabetologischer Schwerpunktpraxen. Er ist dabei dankbar für die Unterstützung der Beiräte aus den Landesgruppen, aber auch angewiesen auf die Ideen jedes einzelnen Mitgliedes dazu!


Bisher würdigt die Stufe 2 der DDG nur das diabetesspezifische QM. Vielen Diabetes-Schwerpunktpraxen genügte diese Form des QMs nicht und sie haben ein allgemeines Praxismanagement daneben etabliert und mittels QEP oder DIN ISO zertifizieren lassen. Dieses besondere Engagement wird bisher wenig gewürdigt.


Der BVND vergibt daher seinen Praxen, die das Diabetologikum und ein allgemeines, über den Diabetesbereich hinausgehendes zertifziertes Praxismanagement haben, also QEP oder DIN ISO, ein QM mellitus BVND-Zertifikat. Damit soll vor allem auch der sinnvolle Aufwand einer Doppelzertifizierung gewürdigt werden!


Wir möchten die Kollegen ermutigen und mit der Veröffentlichung nach erfolgter Doppelzertifzierung unterstützen, ihre bereits vorhandene hohe Qualität für Patienten, andere Fachbereiche, aber auch für Politik und Öffentlichkeit sichtbar zu machen, was wiederum unsere gesamte Berufsgruppe stärkt.


Das Zertifikat „QM mellitus BVND“ kann, nach Einreichung der jeweiligen Bescheinigungen, bei der Geschäftsstelle kostenlos beantragt werden.